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Bergwandern
Holen Sie sich am besten einen Kaffee, das ist mein absolutes Lieblingsthema und da lasse ich mich gerne aus! Für mich persönlich die schönste aller Aktivitäten, die man mit den Hunden unternehmen kann. Ich bin schon immer gerne in den Berg gegangen, also was liegt näher, das auch mit den Hunden zusammen zu machen.
Es sind eine Menge mehr Gipfel mit dem Hund möglich, als man denken mag. Leider gibt es in der Literatur keine guten Hinweise für Bergwandern mit Hund, so daß man viel selbst ausprobieren und testen muß.
Unter “in den Berg gehen” mit dem Hund verstehe ich allerdings nicht, los laufen, Hund von der Leine machen, nach oben gehen und Hund wieder mit runter laufen lassen. Gehe ich mit meinen beiden in den Berg, dann ist das Arbeiten im Team. Die Hunde werden nur bei Kletterpartien von der Leine gelassen und auch da mit klaren Befehlen vorausgeschickt. Aber dazu später, fangen wir am Anfang an. Natürlich sollten Sie mit Ihrem Hund nicht gleich eine Tagestour machen. Auch hier, langsam beginnen und steigern. Die Ausrüstung ist etwas umfangreicher wie bei einem Spaziergang, einfach weil man meist länger unterwegs ist und je nach Gelände auch unterschiedliches Material braucht.
Auch wenn es nur ein Hügel von einigen hundert Metern ist, sollten Ihre Bekleidung einer Wanderung entsprechend sein. Feste Schuhe und der Witterung angepasste Kleidung sind Voraussetzung. Je nach Tour gehören natürlich Stöcke, Sicherung, Stirnlampe und Steigeisen mit dazu, aber das ist dann schon eine sehr anspruchsvolle Wanderung, wo Mensch und Hund über eine Menge Erfahrung verfügen sollten.
Im Berg gehe ich immer nur mit einem Hund am Bauchgurt. Brustgeschirr und eine Leine (max. 2,5m) mit Ruckdämpfer haben sich als sehr praktisch erwiesen. Längere Leinen, können je nach Weg eher hinderlich sein. Ich habe am Bauchgurt immer noch einen ganz kurze Leine mit dabei, für Streckenabschnitte wo eine exakte Führung notwendig ist. In den Rucksack gehören natürlich Wasser mit faltbarem Napf, Verbandspäckchen und bei längeren Touren fettreiche Snacks für den Hund (am besten selbstgemachte). Verpflegung und Getränke für den Hundebesitzer dürfen natürlich auch nicht fehlen. Ganz nützlich sind Packtaschen für den Hund, dann kann er seine Verpflegung selbst transportieren.
Auch bei einfachen Touren sollte der Hund kommandosicher sein und Befehle wie - stop, warte, langsam, rechts, links, hoch, hopp, lauf, hinter mir - kennen. Die Grundbefehle kann man gut bei den normalen Spaziergängen üben. Auch die eher nicht alltäglichen Befehle lassen sich vorher schon in Übungen trainieren.
hopp – durch gezielte Überspringen von Hindernissen (Baumstamm im Wald, Bachläufe, sehr niedrige Zäune etc.) lauf – den Hund neben sich “sitz” machen lassen, warten, der Hund darf diese Position erst dann verlassen wenn der Befehl “sitz” durch ein “lauf” aufgehoben wird. Man kann das noch steigern, durch ein “lauf” kombiniert mit “vor”... dann soll der Hund bei gespannter Leine im Schritt vorlaufen, solange bis ein neues Kommando kommt. hinter mir – ein wichtiges Kommando für den Berg, beim Absteigen. Kann man überall gut üben wo es runter geht, Treppen, kleine Hügel etc. Den Hund ins “sitz” bringen, Sie gehen einen Schritt vor und sagen dem Hund “warte”, dann “hinter mir”. Der Hund muß dann dicht hinter Ihnen laufen und darf Sie nicht überholen bis Sie wieder “vor” oder “lauf” sagen....
Lange Wanderungen sollte man früh beginnen, so daß man nicht gezwungen ist in die Dämmerung zu laufen. Neue Strecken vorher genau auf der Karte anschauen und die Laufzeit berechnen. Denken sie bitte dran, je nach Witterungsverhältnissen und Beschaffen des Weges müssen Sie für den Hund zusätzliche Pausen einkalkulieren.
So ... geht es den Berg rauf, läuft der Hund an der Leine vor und da wir einen nordischen Arbeitshund haben, hilft er uns durch ein dosiertes Ziehen. Sind die Wege schmal und geschwungen, wird der Hund immer dann angehalten wenn der nächste Streckenabschnitt nicht einsehbar ist. Erst wenn der Besitzer sehen und abschätzen kann wo es lang geht, gibt es wieder ein “vor”. Exponierten Stellen, wie felsige Abschnitte wo auch Mensch ein wenig klettern muß, werden im Team gemeistert. Da wir immer mit mehreren in den Berg gehen, ist das auch kein Problem. So haben wir schon Stellen die mit Drahtseil quer zum Hang gesichert waren, ohne Probleme geschafft.
Der erste geht ohne Hund voran und sucht sich oben einen sicheren Stand, der groß genug sein muß, das alle Platz haben. Unten hält die zweite Person in dieser Zeit beide Hunde. Dann wird der erste Hund mit dem Kommando “lauf” nach oben geschickt. Hunde sind geschickte Kletterer und suchen sich ihren Weg ohne Probleme selber. Der Mensch der schon oben steht lotst den Hund wenn es sein muß. Auf diesem Wege wird auch der zweite Hund nach oben geschickt, dann klettert die zweite Person nach. Auch das sollte man natürlich erstmal üben. Gut geeignet sind Waldhänge und ungefährliche Hügel. Am Anfang nur ganz kurze Abstände, damit der Hund nicht durch irgendwas abgelenkt werden kann und die Gelegenheit nutzt eine kleine Exkursion zu unternehmen.
Sollte der Abschnitt zu gefährlich sein, kann man den erfahrenen “Berghund” eigentlich genauso mit einem Seil sichern wie einen Menschen, aber das nur am Rande, auf solche Abenteuer sollte man sich nur einlassen, wenn man in der Profiliga spielt.
Runter geht es dann eben nicht mit “vor”, sondern an exponierten und steilen Stellen mit einem “hinter mir” oder wenn machbar mit einem “bei Fuß”. Natürlich lassen wir die Hunde, bei sanften Almabstiegen auch frei laufen, wenn kein Wild in Sicht ist ... aber gerade bei Hunden die einen sehr starken Jagdtrieb haben, ist das mit Vorsicht zu genießen ...
Ziel ist es immer, zusammen mit dem Hund eine Tour mit viel Spaß zu schaffen. Das geht nur wenn man ein Team ist und der Hund gelernt hat, Ihnen zu vertrauen und die Kommandos so umzusetzen das niemand gefährdet wird. Das schafft man sicher nicht mit ein oder zwei Ausflügen, aber mit ein bißchen Übung ist das ohne größeres Risiko machbar und dieser “Arbeitseinsatz” macht dem Hund mit Sicherheit sehr viel Freude.
Natürlich kann man auch ohne Berge lange und tolle Wanderungen machen. Im Prinzip gelten die gleichen Regeln wie beim Bergwandern.
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