|
Fertigfutter
Da die meisten Hundebesitzer ihr Hunde mit Trocken- bzw. Nassfutter versorgen, gibt es hier ein Aufstellung aller relevanter Zutaten, die diese enthalten sollten. Benutzen Sie ein Futter wo sich auf der Verpackung keine ausführliche Nährwertanalyse befindet, fordern Sie diese beim Hersteller an.
Der Gesetzgeber verlangt als Information für den Verbraucher, die konkreten Angaben über folgende Bestandteile (laut Futtermittelgesetz und Futtermittelverordnung, Bestandteil des Lebensmittelgesetzes):
1. Die Zusammensetzung in vorgegebenen Oberbegriffen, wie z.B. Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, pflanzliche Eiweißextrakte, Haferflocken, Gemüse, Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe. 2. Die Inhaltsstoffe in prozentualen Angaben z.B. Rohprotein 12,2%, Rohasche 2,8%, Rohfett 5,7%, Rohfaser 1,6%, Feuchtigkeit 73,3% entweder bezogen auf die Füllmenge (Frischsubstanz) bei Naßfutter, oder auf die Trockensubstanz (TS.) 3. Die Zusatzstoffe Zusatzstoffe sollen dem Verbraucher verdeutlichen mit welchen Zusätzen ein Produkt aufgewertet, farblich verändert und haltbar gemacht wurde. 4. Die Mengenangabe in Milliliter (ml) oder auch Gramm (g) 5. Die Haltbarkeit, zum einen gerechnet vom Herstellungsdatum, zum anderen bei Frischeprodukten das Verfallsdatum.
Inhaltsstoffe der Hundenahrung
Energielieferanten in der Nahrung sind: Proteine, Kohlenhydrate und Fette.
Kohlenhydrate Unspezifischer Energieträger. Sie werden für den Abbau von Fett benötigt, bringen Energie für Zellen und Nerven, sie helfen bei Aufbau von Knochen und Knorpel
Fette Unspezifischer Energieträger. Sie sind Träger der fettlöslichen Vitamine A,D,E,K und Carotin. Diese Vitamine werden nur mit Fett vom Darm aufgenommen. Fette sind konzentrierte Energieträger, verringern das Nahrungsvolumen. Sie haben einen hohen Sättigungswert durch hohe Verweildauer im Magen. Beide Stoffe können sie problemlos ineinander umgewandelt werden und sich daher bei der Gewinnung von Energie gegenseitig vertreten.
Proteine Eiweiß ist wichtig für den Aufbau und den Erhalt von Zellen in Haut, Muskeln, Organen. Sie bilden Hormone und Enzyme. Ihr Speicher ist nur begrenzt.
Es sind Energielieferanten ,,der Reserve”. Die Besonderheit der Proteine: sie dienen als Baustoff und sind zugleich Organisatoren der zahlreichen, mit dem Baumaterial ,,Proteine" durchgeführten ,,Bauvorhaben". Die Aminosäuren sind die kleinen Bausteine des Eiweiß. Es gibt 20 bekannte Aminosäuren.
Vitamine Sie sind definiert als Substanzen, die ein Organismus nicht selbst synthetisieren kann, die jedoch lebensnotwendig sind. Vitamine werden im Gegensatz zu essentiellen Aminosäuren u. Fettsüren nicht zur Energiegewinnung oder zum Aufbau des Organstrukturen herangezogen, sondern dienen als Wirkstoffe. Sie werden in nur geringen Mengen benötigt. Im Tierorganismus gelangen sie mit der Nahrung und durch Darmbakterien. Die von den Darmbakterien produzierten Vitamine können nur genutzt werden, wenn die Synthese in einem Darmabschnitt erfolgt, in dem noch Resorption möglich ist
Im allgemeinen pflegt man die Einteilung der Vitamine nach ihren Löslichkeitseigenschaften ob wasser- oder fettlöslich. Die fettlöslichen Vitamine können im Gegensatz zu den wasserlöslichen im Organismus gespeichert werden (meist in der Leber). Damit ist auch eine Überdosierung möglich. Fettlösliche Vitamine : A, D, E, K; wasserlösliche Vitamine : alle anderen z. B. B2, C
Wasser Unter den anorganischen Bestandteilen des Organismus steht das Wasser mengenmäßig weitaus an erster Stelle. Der Körper eines erwachsenen Hundes enthält durchschnittlich 70 %
Mineralstoffe sind für einen reibungslosen Ablauf der Lebensvorgänge im Organismus verantwortlich. Zahlreiche biochemische Prozesse sind an die Anwesenheit bestimmter Elemente gebunden. Ihr Vorkommen im Organismus ist im Verhältnis zu den Spurenelementen relativ hoch konzentriert.
|
Für den Hundeorganismus wichtige Mineralstoffe.
|
|
Elemente
|
chemische Bezeichnung
|
|
Calcium
|
(Ca)
|
|
Natrium
|
(Na)
|
|
Kalium
|
(K )
|
|
Phosphor
|
(P)
|
|
Magnesium
|
(Mg)
|
|
Chlor
|
(Cl)
|
|
(alle hervorgehobenen Angaben sind für den Hund vorrangig)
|
|
Natürlich ist auch bei den Mineralstoffen darauf zu achten, dass in der Hundenahrung eine ausgewogene Menge von ihnen enthalten ist. Ca und P sollten in einem ausgeglichenem Verhältnis von 1/1 aufgenommen werden.
Calcium ist ein wichtiges Mineral für den heranwachsenden Knochenbau und sollte ausreichend durch Knochen oder durch vernünftigen Ersatz (Futterkalk) hinzugefügt werden. Jedoch Vorsicht bei einer Überversorgung, denn zuviel Calcium wird nicht wie bei einem erwachsenen Hund einfach wieder ausgeschieden, sondern führt zu einer Umschichtung im Skelettaufbau.
Spurenelemente Im Organismus ist diese große Zahl von Elementen in nur äußerst geringen Konzentrationen enthalten. Viele von ihnen haben eine große Bedeutung für den Organismus, als Bestandteil von biologisch wirksamen Substanzen, wie z. B. Hormone und Enzymen. Spurenelemente die im Organismus eine Funktion wahrnehmen bezeichnet man als ,,Elemente mit physiologischer Wirkung". Spurenelemente werden mit der Nahrung, dem Trinkwasser und der Atemluft a ufgenommen.
|
Elemente mit physiologischer Wirkung:
|
|
Element
|
chemische Bezeichnung
|
|
Chrom
|
(Cr)
|
|
Eisen
|
(Fe)
|
|
Fluor
|
(F)
|
|
Jod (Iod)
|
(J oder I)
|
|
Kobalt
|
(Co)
|
|
Kupfer
|
(Cu)
|
|
Mangan
|
(Mn)
|
|
Molydän
|
(Mo)
|
|
Nickel
|
(Ni)
|
|
Selen
|
(Se)
|
|
Silicium
|
(Si)
|
|
Vanadium
|
(V)
|
|
Zink
|
(Zn)
|
|
Zinn
|
(Sn)
|
|
(alle hervorgehobenen sind für den Hund vorrangig)
|
|
Zusammensetzung des Hundefutters
Ein Grunderhaltungsfutter sollte folgende Zutaten enthalten (je 100g Trockenfutter): Alle Angaben sind ,,ca. Angaben", diese können je nach Futtersorte Schwanken. Im Normalfall sollten diese aber nicht erheblich unterschritten werden.
|
Energielieferanten
|
Gewicht
|
|
Mineralstoffe
|
Mineralstoffe
|
|
Eiweiß (Protein)
|
20 - 25 g
|
|
Elemente
|
chemische Bezeichnung
|
Gewicht
|
|
Fett
|
7 - 10 g
|
|
Calcium
|
(Ca)
|
1,2 g
|
|
Kohlenhydrate
|
15 g
|
|
Natrium
|
(Na)
|
0,2 g
|
|
|
|
|
Kalium
|
(K)
|
0,5 g
|
|
Vitamine (fettlösliche)
|
Gewicht
|
|
Phosphor
|
(P)
|
0,9 g
|
|
A (Retinol)
|
1665 I.E.
|
|
Magnesium
|
(Mg)
|
0,1 g
|
|
D (Caliciferol)
|
108 I.E.
|
|
|
|
|
|
E (Tocopherol)
|
6 mg
|
|
|
|
|
|
K
|
0,4 mg
|
|
Mineralstoffe
|
Spurenelemente
|
|
|
|
|
Elemente
|
chemische Bezeichnung
|
Gewicht
|
|
Vitamine (wasserlösliche)
|
Gewicht
|
|
Eisen
|
(Fe)
|
11 mg
|
|
B1 (Thiamin)
|
1,2 mg
|
|
Fluor
|
(F)
|
k. A.
|
|
B2 (Riboflavin)
|
1,6 mg
|
|
Jod (Iod)
|
(J oder I)
|
0,2 mg
|
|
B6 (Pyridoxin)
|
1 mg
|
|
Kobald
|
(Co)
|
0,4 mg
|
|
B1 2 (Cobalamin)
|
0,015 mg
|
|
Kupfer
|
(Cu)
|
1 mg
|
|
C (Ascorbinsäure)
|
7 mg
|
|
Mangan
|
(Mn)
|
2,5 mg
|
|
Biotin
|
0,026 mg
|
|
Selen
|
(Se)
|
0,03 mg
|
|
Phantothensäure
|
3,6 mg
|
|
Zink
|
(Zn)
|
12 mg
|
|
Folsäure
|
0,204 mg
|
|
|
|
|
|
Niacin
|
3,9 mg
|
|
|
|
|
|
Cholin
|
0,247 mg
|
|
|
Sonstiges
Z.B. Lammfleischfutter darf sich auch die Sorte nennen, auf der "Lamm mind. 4%" steht, auch wenn die restl. 96% vom Schwein oder Rind stammen. Ebenso ist die Qualität und Herkunft des 4%igen Lammanteils ist nicht eindeutig geklärt, da es alles mögliche vom Lamm sein kann. Trotzdem entscheiden diese 4% über die Sorte des Futters, obwohl der überwiegende Teil undefinierbarer Herkunft ist. Da Hunde "Beutefresser" sind, sollte Getreide in geringer Form im Futter vorhanden sein. Beigaben wie Erdnußschalen, Reisstärke, Sojamehl, Weizengrane oder Abfallprodukte aus der Bierbrauerei haben in einem guten Futter eigentlich nichts verloren. Diese Zutaten werden meist hinter dem Begriff "pflanzliche Nebenerzeugnisse" versteckt. Nachdem auch die Verbraucher kritischer geworden sind, kamen die großen Futtermittelhersteller zu dem Entschluß, BHA (E320) und BHT (E321) hinter dem Begriff "EWG Zusatzstoffe" zu verstecken. Diese Stoffe sind künstliche Antioxidantien. Auch Ethociquin ist eines von den am meisten gebrauchten künstlichen Konservierungsmitteln, welches einmal entwickelt wurde als Gummiweichmacher, Insektenvertilgungs- und Pflanzenschutzmittel, und wird mit Geburtenanomalien, Sterilität und anderen Zuchtproblemen in Verbindung gebracht. Futtersorten, die diese künstlichen Konservierungsmittel enthalten, sollte man meiden. Die weitaus bessere Konservierung erreicht man mit den Vitaminen E und C, oder mit diversen Ölen oder Kräuterextrakten. Die natürliche Konservierung ist für die Futterhersteller natürlich wesentlich teurer, macht das Futter aber auch weniger haltbar. Ein Freibrief ist der Zusatz "ohne künstliche Konservierungsstoffe" allerdings nicht, da es wichtig ist welches Antioxidant vom Hersteller verwendet wurde.
|
|
|